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Atlantis?

HELGO-LAND - HILLIG LUNN





Weltbild der Ägypter
um ca. 1200 v.Chr.,
oben bei den Säulen des Himmels:
Helgoland








A T L A N T I S

DIE ENTRÄTSELUNG IM 20.JAHRHUNDERT


von Günter Bischoff



Noch immer fasziniert das Thema Atlantis viele historisch interessierte Menschen.
Seitdem der griechische Philosoph Platon das versunkene Inselreich im 4. Jhd. v.Chr. in seinen Dialogen "Kritias" und "Timaios" erwähnte, haben sich viele bedeutende Forscher an der Lösung dieses großen Rätsels versucht. Wollte uns Platon nur ein Fabelland vorstellen, oder hatte er tatsächlich Kunde erhalten von einer hochstehenden, lange vor seiner Zeit versunkenen Kultur? Lohnt es sich überhaupt noch zu suchen, wenn über zwei Jahrtausende an Nachforschungen keine eindeutigen archäologischen Beweise zutage brachten?
Schon manches Mal glaubte man, die Enträtselung sei gelungen, doch nach anfänglicher Euphorie wurden immer wieder ernst zu nehmende Einwände vorgebracht. Zu den bisher am häufigsten diskutierten Lokalisierungen zählen die Azoren, die Kanarischen Inseln, die alte südspanische Handelsstadt Tartessos, Kreta und die nahe gelegene Vulkaninsel Thera, die Sahara und neuerdings auch Troja. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte lassen aber bei diesen Hypothesen große Widersprüche zu Platons Überlieferung deutlich werden, und wichtige Passagen des Atlantisberichts finden keine Erklärung. Eine nunmehr über fünfzig Jahre alte, oft als Auffassung eines Außenseiters angesehene Theorie kommt nach dem heutigen Wissensstand der Wahrheit am nächsten. Sie stammt vom Pastor und Archäologen Jürgen Spanuth (1907-1998), der lange Zeit die kleine nordfriesische Landgemeinde Bordelum als Seelsorger betreute. Im Jahre 1953 veröffentlichte er seine Gedanken erstmals in dem Buch "Das enträtselte Atlantis". Das löste den bisher heftigsten Meinungsstreit um dieses Problem aus, der bis heute noch nicht beendet ist. Doch eine ganze Reihe von Wissenschaftlern teilt inzwischen die Hauptansichten dieses Forschers. In aller Kürze kann die Lösung des alten Rätsels so zusammengefasst werden:

Platon verarbeitete glaubwürdige Informationen ägyptischer Priester über die Heimat der Nord- und Seevölker in Südskandinavien und Mitteleuropa. Die meisten Einzelheiten beziehen sich dabei auf die ehemaligen Inseln in der Deutschen Bucht und die angrenzenden Küstengebiete. Ihre Zerstörung in einer besonders verheerenden Sturmflut am Ende der Bronzezeit ging als Untergang von Atlantis in die Geschichte ein.

Der Gedanke an ein Atlantis im Bereich der Nordsee mag zunächst befremden, doch bei Spanuths Deutungen stimmen Überlieferung und Realität am Besten überein. Auf seine Hauptargumente, aber auch auf wichtige Erkenntnisse anderer Wissenschaftler und auf besonders umstrittene Details der Atlantisforschung soll im Folgenden näher eingegangen werden.


- - - - - Nun wird diese Hypothese ausführlichst (im Original ausgedruckt über 57 Seiten)
- - - - - wissenschaftlich dargelegt.
- - - - - Diese Ausführlichkeit ist für diese Seite nicht nötig.
- - - - - Sie finden den Link zu dieser Erarbeitung hier unten am Ende des Beitrages!
- - - - - Hier nun lediglich die
Zusammenfassung daraus :



Platons Atlantislegende kann als weitestgehend enträtselt gelten.
Trotz vieler neuer Hypothesen, die in der zweiten Hälfte des 20. Jhd. aufgestellt wurden, ist weiterhin nur die Theorie von Jürgen Spanuth in ihren Hauptaussagen stichhaltig.
Sie kann als einzige unter anderem den Kriegszug der Atlanter gegen die damals mächtigsten Länder des östlichen Mittelmeergebietes befriedigend erklären.
Folgende Erkenntnisse dürften beim gegenwärtigen Wissensstand der Wahrheit nahe kommen :

1. Alle Geschehnisse, die mit dem Untergang von Atlantis im Zusammenhang stehen, ereigneten sich um 1200 v.Chr. ( 1250 - 1150 v.Chr.).
2. Platons Beteuerung, er habe die Informationen (über Zwischenstationen) von Solon erhalten und dieser wiederum von ägyptischen Priestern in Sais, ist äußerst glaubwürdig. Noch heute sind Dokumente zugänglich (Papyrus Harris, Wandreliefs im Totentempel Ramses' III. in Medinet Habu), die ganz ähnliche Ereignisse wie im Atlantisbericht beschreiben.
3. Die Atlanter befanden sich unter den Nord- und Seevölkern, die um 1200 v.Chr. im Zuge der "Großen Wanderung der frühen Urnenfelderleute" Ägypten und andere Länder angriffen.
4. Ein Teil der Nord- und Seevölker kam aus Mitteleuropa und dem Gebiet der Nordischen Bronzekultur.
5. Am Ende der Bronzezeit versanken in der Deutschen Bucht zahlreiche Marschen, Inseln und Teile der jütischen Halbinsel. Nur hier kann sich Atlantis (im engeren Sinne) befunden haben.
6. Basileia, die "Heilige Insel" der Atlanter, war eine größere zusammenhängende Insel, die sich vom heutigen Helgoland bis zur ehemaligen Insel "Südstrand" erstreckte.
7. Basileia ist mit hoher Wahrscheinlichkeit identisch mit der Phäakeninsel "Scheria" (in Homers "Odyssee") und der Insel "Helixoia" bzw. "Elektris" in den Sagen über die Hyperboreer.
8. Als Untergangsursache für die Gebiete in der Deutschen Bucht kommt der Einschlag eines Asteroiden um 1220 v.Chr. in Frage (der Beweis durch Fachwissenschaftler steht allerdings noch aus). Damit könnte auch die griechische Sage vom "Sturz des Phaéthon" eine naturwissenschaftliche Erklärung finden.

Wo lag Atlantis bzw. welche Gebiete umfasste Atlantis ?
Mit "Atlantis" bezeichnete Platon drei unterschiedliche Gebiete:
1. die Insel "Basileia" als Zentrum von Atlantis; 127 Stadien (etwa 23 km) im Durchmesser:
die bronzezeitliche Insel Althelgoland/Altsüdstrand
2. das "Reich des Atlas" (Kerngebiet von Atlantis):
das Gebiet der Nordischen Bronzekultur; es umfasste Norddeutschland, Dänemark, Südschweden und Südnorwegen (Gesamtfläche in der Bronzezeit ca. 300.000 km)
3. der "Kulturbereich der Atlanter", d. h. die 10 Königreiche insgesamt; das Gebiet war "größer als Libyen und (Klein-) Asien zusammen genommen":
das Verbreitungsgebiet der Megalithkulturen in der Jungsteinzeit. Wahrscheinlich ist auch das Verbreitungsgebiet der Bandkeramiker in Mitteleuropa hinzu zu rechnen. Darüber hinaus flossen in den Atlantisbericht möglicherweise Informationen über Gebiete ein, die man nicht zu Atlantis (1.-3.) zählen kann, z.B. über transatlantische Stützpunkte.
Atlantis (im weitesten Sinne) existierte somit von ca. 5000 v.Chr. bis ca. 1220 v.Chr., und es umfasste vor allem diejenigen europäischen Gebiete, in denen astronomisch orientierte Megalithbauten und große Kreisgrabenanlagen errichtet wurden. Zu den wichtigsten archäologischen Funden aus der Bronzezeit kann man den "Sonnenwagen von Trundholm" und die "Sternscheibe von Nebra" zählen (etwa Mitte 2. Jtsd. v.Chr.).

Wichtige Entdeckungen, die noch nicht allgemein anerkannt sind:
a. Kupfererz wurde (wenigstens) seit der Bronzezeit auf Helgoland abgebaut und verhüttet (J.Spanuth 1953, W.Lorenzen 1965).
b. Herausgehobene Personen der Gesellschaft benutzten bereits in der Bronzezeit im Gebiet des Nordischen Kreises eine Alphabetschrift (Proto-Tifinagh-Schrift, B.Fell 1982).
c. Bereits zu Beginn des 2. Jtsd. v.Chr. waren Seefahrer aus einigen an die Nordsee grenzenden Ländern in der Lage, den Atlantik zu überqueren und Amerika zu erreichen (B.Fell 1982).
d. Auf der bronzezeitlichen Insel Althelgoland gab es eine Metropole, die als Kult- und Handelszentrum weithin in Europa bekannt war (J.Spanuth 1976, H.-W.Rathjen 2004). Neue Entdeckungen, die zur Diskussion stehen:
e. Die Ornamentik der so genannten Herzsprung-Schilde versinnbildlicht in verschiedenen Variationen das von Platon beschriebene Zentrum von Atlantis. Die Darstellung entspricht den landschaftlichen und baulichen Gegebenheiten auf der Insel Althelgoland vor ihrem Untergang um 1220 v. Chr. (H.Zschweigert, 2004, G.Bischoff, 2005-2006).
f. Ein besonderer Typ von Bronzeschilden, die "Sphären-Schilde", stellt wahrscheinlich den astronomischen Tempel "im Schema der Sphären" künstlerisch dar, d.h. ein Bauwerk in Gestalt eines "Weltmodells" (G.Bischoff, 2006).


Ausblick

Der Streit um Atlantis wird sicherlich noch einige Jahrzehnte andauern, weil sich Platons Dialoge nicht in allen Abschnitten eindeutig auslegen lassen. Allmählich wird sich aber die Vorstellung von einem "Atlantis im Norden" durchsetzen. Dazu tragen auch solche aufsehenerregenden Funde wie die Sternscheibe von Nebra bei, die das Interesse der Archäologen an den frühen europäischen Hochkulturen spürbar verstärkt hat. Es ist zu erwarten, dass durch zukünftige Entdeckungen auch einige noch verbliebene Rätsel des Atlantisberichts gelöst werden können.










Hier findet sich der gesamte Beitrag :

http://www.eichner-dresden.de/atlantis/
7.11.2013

Günter Bischoff finden Sie in :

http://wiki.atlantisforschung.de/index.php/Günter_Bischoff
7.11.2013







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